Was hilft gegen Heterosexualität? Süßigkeiten? Die neue Kolumne finden Sie in der Rubrik «lesen» – und mehr.

BuchBasel - Sandra Wöhe unterwegs mit femscript. Das neue Video finden Sie in der Rubrik «Sehen» – und mehr.

„Die indonesischen Schwestern“ lassen aufhorchen. Hörproben finden Sie nun in der Rubrik «hören» – und mehr.

Interviews

Sie zeigen grenzenlose Farbenpracht I SÜDKURIER Medienhaus

CSD am See: Bunt, schrill, verrückt.

Bunt, schrill, verrückt: Zum zweiten Mal ließ der Christopher Street Day (CSD) materielle und geistige
Grenzen hinter sich und überquerte symbolisch die deutsch-schweizerische Grenze.

Sie überschritten beim Christopher Street Day die Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen.Foto: RischeStefan Baier bei der Kundgebung auf der Marktstätte. Der Vorsitzende des CSD Konstanz weiß, wie wichtig der ständige Einsatz für die eigenen Rechte ist. „Die Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Eheschließung im Konstanzer Standesamt ist ein wichtiger Schritt gewesen, doch das Ziel ist noch lange nicht erreicht“, sagt er.

In Kreuzlingen begannen die Teilnehmer aller sexuellen Orientierungen ihren Demonstrationszug gegen Ausgrenzung. Traditionell angeführt von den Frauen vom Verein Belladonna auf ihren Motorrädern verließen die Mitwirkenden den Bärenplatz leicht verspätet und mussten auch an der Grenze einige Minuten warten, denn diese durfte erst ab zwölf Uhr überquert werden. Schließlich jedoch vollzogen Stefan Baier, Lorielle London und Ross Anthony als Erste den symbolischen Schritt zur Vorurteilsfreiheit und bahnten den Weg für hunderte von Teilnehmern.

Die Stimmung war ausgelassen beim CSD in Konstanz. Foto: RischeAuf ihrer Strecke durch die Konstanzer Altstadt zogen die feiernden und demonstrierenden Menschen dann alle Blicke auf sich. Die zwei Musikwagen schlängelten sich geschickt durch die engen Gassen der Stadt, am Münster vorbei, über den Fischmarkt zur Marktstätte. Dort verkündete Stefan Baier den Forderungskatalog gegen Unterdrückung und Diskriminierung: „Wir fordern unseren Platz inmitten der Gesellschaft und fordern jeden Einzelnen dazu auf, für die Gleichberechtigung einzustehen.

"Ob Homo-, Trans- oder Bisexuelle, sie verstecken sich nicht und fordern unter den Farben des Regenbogens Aufmerksamkeit und Respekt. „Wenn ich bei jedem CSD auch nur eine Person bewegen kann, seine Einstellung zu ändern, dann habe ich etwas erreicht“, ist Ute Hauth von der Piratenpartei überzeugt.

Das Motto „Trau Dich“ soll dabei nicht nur Menschen bewegen, ihre Sexualität offen auszuleben, sondern fordert auch Gleichberechtigung bei der Eheschließung. „Es sind CSDs, die eine wichtige Stellung in unserem Bemühen um gesellschaftliche Akzeptanz einnehmen“, so Baier. Es war eine bunte Party, die in Erinnerung bleiben wird. Weltweit ist der hiesige grenzüberschreitende CSD einzigartig. Doch wie viel kann diese schrille Feier bewirken? Vor allem die jüngere Generation sei offen und unbefangen, so Ute Hauth, doch zu viele Menschen würden immer noch erschrecken: „Wir wollen als normal betrachtet werden“, fordert sie.

SÜDKURIER, Konstanz, 18.07.2011
 

 

Tübinger Bücherfest 2011

Schwaebisches Tagblatt stellt Sandra Wöhe vor.

Vorschau Tübinger Bücherfest 2011

Hosen runter

Sind Lesben im 21. Jahrhundert tatsächlich gesellschaftlich akzeptiert oder ist das ein Trugschluss?   
Icon: Die zahnpasta war an allem schuld.
 

Hosen runter

 
Cover: Das lesbische Auge 10 - Konkursbuch Verlag «Mein lesbisches Auge», die erotische Anthologie aus dem konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, erscheint alljährlich pünktlich zur Leipziger Buchmesse - in diesem Jahr als Jubiläumsband X.
In dem Jahrbuch der Erotik 2011 geht es um Frauen, Leben und lesbische Sexualität. Zart, hart, erregend, anregend, heiter oder ernst sind die Geschichten. Dazu gibt es Interviews mit Autorinnen.

Gibt es lesbische Vorbilder für Sie? Prominente in der Geschichte? Wer? Warum?
Sandra Wöhe: Meine Jola ausDie indonesischen Schwestern“, in die bin ich völlig vernarrt. Sie verliebt sich in ihre Viktoria, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt. Sie akzeptiert das so sehr andere Denken dieser Frau und lässt sich komplett auf sie ein – ohne sich selbst dabei zu verlieren. Sie liebt bedingungslos, obwohl sie nicht an die Liebe glaubt.

Sind Lesben im 21. Jahrhundert tatsächlich gesellschaftlich akzeptiert oder ist das ein Trugschluss?
Sandra Wöhe: Das weiß doch jede: Lesben sind Männerhasserinnen. Und weil das nun einmal so ist, bin ich keine Lesbe. Oder?
Und wenn ich keine bin, wird das meine Freundin sehr überraschen, dass sie ein Verhältnis mit einer Hete hat. Schatz, ich muss dir was erklären. Obwohl, sie hasst die Männer auch nicht. Hurra, wir sind Heten. Na ja, fast. Aber wir sind ja auch nur fast akzeptiert.

Wie lange dauerte Ihre längste Liebesgeschichte?
Sandra Wöhe: Meine schönsten Lieben wurden die besten Freundschaften. Die Liebe hält – wenn sie sich weiterentwickeln darf. Somit dauert meine erste lesbische Liebesgeschichte eigentlich immer noch an, seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert. Sie hält auch deswegen, weil sie irgendwann Platz gemacht hat in meinem Herzen.

Was ändert sich mit der Dauer?
Sandra Wöhe: Alles. Liebe lebt und die Sexualität erst recht. Beides will gepflegt sein. Beides. Wie das mit der Liebe geht, das wissen die meisten.

Beschreiben Sie „besondere“ Momente nach 10 Jahren, schöne und weniger schöne, erotische, sexuelle und aus dem Alltag ...
Sandra Wöhe: „Du schnarchst!“, sagte sie. Dieser blöde Schnupfen, dachte ich, griff nach dem zweiten Kissen und wollte auf das Sofa ausweichen. Sie hielt mich fest.

Und aus der Anfangszeit der Beziehung?
Sandra Wöhe: Die Zahnpasta war schuld. Die hatte ich mit der Massagecreme verwechselt. Ausgerechnet in der ersten, unserer allerersten Nacht. Aber meine Sternin lachte nur. Und ich habe mich in Grund und Boden geschämt. Zum Glück. Mein jämmerliches Gesicht, das war es, was ihr das Herz geöffnet hat. Wenn es heute mal hart auf hart geht, ist die Zahncreme immer noch der beste Weichspüler im Haus. Biologisch abbaubar.

Symbiose, was ist das genau?
Sandra Wöhe: „Du bist mein Ein und Alles!“, sagte sie. „Mehr als dich will ich gar nicht brauchen.“ Ich verstummte. Was sollte ich ihr noch erzählen, wenn wir alles gemeinsam erlebten?

Ist Symbiose für Sie eher etwas „Schönes“ oder eher etwas „Schlimmes“, wieso?
Sandra Wöhe: Was habe ich damit zu tun, dass du dich in mich verliebst? Nichts. Was hast du damit zu tun, dass ich bei dir bleiben will? Überhaupt nichts. Was haben wir zu tun, dass die Beziehung uns trägt? Alles. Mit zunehmender Erfahrung und Sicherheit wächst sich jede Symbiose aus.

Haben Sie schon einmal sexuelle Abhängigkeit erlebt? Haben Sie sich schon einmal darüber Gedanken gemacht?
Sandra Wöhe: Jede ist anders. Mit jeder ist es anders. Eine Köstlichkeit findet sich immer. Eine? Oft ist es ein ganzer Sack voller Süßigkeiten. Aber wer zu viel nascht, verliert eher die Fasson als den freien Willen.

Was ändert sich durch das Älterwerden im Verhältnis zu anderen Frauen?
Sandra Wöhe: Wenn ich mich früher auf eine eingelassen habe, dann war ich blind für das, was Unschönes passierte. Was habe ich da nicht alles mit mir machen lassen! Zum Beispiel den Sex zu unterbrechen, weil der Ex zum Geburtstag gratuliert werden musste. Heute dulde ich kein Telefon im Schlafzimmer.

Was ist guter, was schlechter Sex?
Sandra Wöhe: Die einen sind von ihren Zauberhänden überzeugt, auch wenn diese gar nicht gefragt sind. Die anderen trauen ihrem Fingerspiel überhaupt nichts zu. Wie bedauerlich! Sexuelle Magie entsteht beim Spielen – mit dem Mut, neue Regeln zu schreiben.

Sandra Wöhe, Autorin für Frauen - und Lesbenliteratur, Winter/Frühling 2011
 

Zürcher Autorin gewinnt. Sandra Wöhe mit Online-Award ausgezeichnet

„Ich war ganz überrascht.“, sagt die lesbische Autorin Sandra Wöhe. „Yasni benutze ich, wenn ich nach bestimmten Personen suche und keine Lust habe, mich durch Seiten von Links zu klicken, die nicht weiterführen. Und dann habe ich selbst gewonnen. Platin!"

Im Leben wie im Internet gibt es viele besondere Menschen. Sie online zu finden, hilft Yasni, die Personensuchmaschine. Hier zeichnet „Tedoras Award“ außergewöhnliche Profile aus.

Weltweites Voting

Bis Ende September konnte abgestimmt werden, von überall her aus dem World Wide Web. Fünf KandidatInnen waren nominiert. Mit großem Abstand gewonnen hat eine Zürcherin.

 "Tedoras-Award" für Sandra Wöhe„Ich war ganz überrascht.“, sagt Sandra Wöhe. „Yasni benutze ich, wenn ich nach bestimmten Personen suche und keine Lust habe, mich durch Seiten von Links zu klicken, die nicht weiterführen. Und dann habe ich selbst gewonnen. Platin! Ich wollte es zunächst gar nicht glauben.“
Die Autorin mit indonesisch-niederländischen Wurzeln hat ihre Fans hauptsächlich in der Schweiz, in Deutschland und Österreich. „Und dann ganz vorne in einer weltweiten Abstimmung! Überhaupt nominiert zu werden, war für mich schon eine Auszeichnung.“

Lange feiern will Sandra Wöhe ihren Award allerdings nicht. Sie steckt mitten in einem neuen Romanprojekt, das zur Leipziger Buchmesse erscheinen wird. Wir sind gespannt auf „Die indonesischen Schwestern“, die der konkursbuch Verlag Claudia Gehrke veröffentlicht.

sing, zürich, 10-10
 

Zur Sache, Schätzchen!

Kannst du spontan das Ende einer Affäre erzählen?

Cover: Das heimliche Auge XXV - Konkursbuch Verlag«Mein heimliches Auge», die erotische Anthologie aus dem konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, erscheint alljährlich pünktlich zur Frankfurter Buchmesse. Im neuen Band, immerhin Nummer XXV, bin auch ich vertreten, diesmal mit einem Interview. Die Fragen hatten es in sich …

Dein Alter, Geschlecht:
51, Frau.

Was erregt dich? Im Alltag? Beim Sex?
Sandra Wöhe: Beim Küssen im Bauchnabel Salz schmecken. Das zu tun, davon zu träumen, darüber zu sprechen und von etwas scheinbar ganz anderem zu schreiben.

Deine beliebteste/n Sexfantasie/n?

Sandra Wöhe: Ich liebe eine Serie von katastrophal guten Sexpannen. Versöhnung inklusive.

„Wie es ist“: die real beliebteste Sextechnik, Stellung etc.?

Sandra Wöhe: Im Stehen. An der Mauer. Neben der Polizeiwache. Über mir blüht der Flieder. Und der Reißverschluss der Jeans zerkratzt mir den Handrücken.

Gibt es einen Satz/ein Wort, das dich in bestimmten Situationen besonders anmacht?
Sandra Wöhe: Eine Terrasse mit Blick auf den Zürichsee. Lachs im Spinatbett, ein kühler Riesling im Glas. Und dann ihr Flüstern: „Ich bin hungrig. Lass uns gehen. Jetzt.“

Was ist Glück?
Sandra Wöhe: Die Zigarette danach. Als Auftakt.

Einen Moment des Glücksgefühls in einer Beziehung?
Sandra Wöhe: Den Badezimmerspiegel teilen, ohne sich mit der Wimpernbürste gegenseitig ins Auge zu stechen.

Welche Probleme gibt es in Beziehungen – allgemein, „sextechnisch“ ...?
Sandra Wöhe: Wenn der erste Kuss nicht mundet, lässt Sandrillon ihre Kutsche vorfahren.

Lebst du heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell, asexuell?
Sandra Wöhe: Die Genießerin. Das Fräulein vom Amt. Die Dame von Welt. Welche? Bleibt zu erraten – oder auszuprobieren.

Unterscheiden sich deiner Meinung nach Probleme in heterosexuellen Beziehungen von schwulen oder lesbischen?
Sandra Wöhe: Menschen bleiben menschlich. Auch bei tierisch gutem Sex.
Allerdings ist es leichter, eine Frau ins Bett zu tragen, selbst wenn sie zappelt. Für mich, als Frau.

Wie hast du deine Freundin kennengelernt?

Sandra Wöhe: Göttin sei Dank stolperte ich über meine Füße (das hatte ich aber auch lange genug geübt). Der Wein spritzte auf ihre Bluse. Ich war untröstlich (mein Spiegel glaubt mir schon lange nicht mehr). Ich gab ihr meine Visitenkarte (natürlich nur für die Rechnung von der Reinigung). Und sie? Nahm meine Entschuldigung an und folgte der Einladung.

Wie erklärst du es dir, keinen Mann kennenzulernen?
Sandra Wöhe: Wenn das Auge immer auf die Frau fällt, kippt der Mann aus dem Raster.

Kannst du spontan das Ende einer Affäre erzählen?
Sandra Wöhe: Leicht blies der Wind über ihre nackte Haut. „Wann sehen wir uns wieder?“, fragte ich. Zärtlich hauchte sie: „Bald. Nur nicht morgen. Da hole ich meine Freundin vom Flughafen ab.“

Worauf schaust du spontan, wenn dir zum ersten Mal eine andere „ins Auge fällt“?
Sandra Wöhe: Wie sie geht. An der Theke lehnt. Lächelt sie? Wie sie das Glas hält. Wie sie ihre Lippen leckt.

Was findest du an Frauen attraktiv?
Sandra Wöhe: Körper, die sich aneinanderschmiegen. Schenkelumarmungen, schmusende Brüste und ein Lächeln, das Zähne zeigt.

Kannst du dir vorstellen, wie ein Mann beim Sex empfindet?
Sandra Wöhe: 24 Stunden ein Mann sein? O ja! Ja, bitte. Aber keine Sekunde länger.

Kannst du dich noch erinnern, welche die erste Frau war, in die du dich verliebt hast?
Sandra Wöhe: Als sie ihre Hand auf meinen Bauch legte, wollte ich mehr. Nicht von ihr. Sie war eine ungeschickte Liebhaberin, leider. Was dieses Mehr war und von welcher Frau ich es wollte, konnte ich nur ahnen. Aber ich wusste: Es würde mehr sein. Sehr viel mehr.

Sexuelles Erleben für dich persönlich – vor 25 Jahren und heute?
Sandra Wöhe: Sex ist wie Autofahren. Mein erster Wagen war ein Panda. Den habe ich immer wieder abgewürgt. Der Peugeot? Der hoppelte mehr, als dass er fuhr. Wie ein Porsche behandelt werden will, zeigte mir eine Herzensdame. Mittlerweile finde ich mich hinter jedem Lenkrad zurecht. Aber ich lasse mich auch gerne chauffieren.

 

Willkommen auf meiner Website!

Sie sind da! „Die indonesischen Schwestern“: Mein neuer Roman erschien im konkursbuch Verlag Claudia Gehrke. Die ersten Rezensionen sowie Leseprobe und Hörproben sind Online.

Foto: Sandra Wöhe  Fotografin:  Daniela LettnerVier Tage in vier Jahren: Wie mit einem Schlaglicht beleuchtet der Roman das Leben einer Witwe mit drei Töchtern. Sie sind aus Indonesien an den Niederrhein gekommen, mit bundesrepublikanischem Pass und akzentfreiem Hochdeutsch. Aber im Dorf sieht man die Mandelaugen und denkt im Dialekt.

Die indonesischen Schwestern“ sind mein bisher persönlichstes Buch. Natürlich ist alles Fiktion. Ein bisschen Familiengeschichte steckt trotzdem darin. Meine Großmutter kam vor rund einem halben Jahrhundert mit vier Kindern in die Niederlande. Für den Roman konnte ich auch auf ihre Erinnerungen an Indonesien zurückgreifen.

Auf Wiederlesen, Ihre
Signatur: Sandra Wöhe

"Die indonesischen Schwestern" werden auf ihren Weg begleitet:

Cover: Die indonesischen Schwestern
 

fachfrau.eu – Die Profis mit Profil 
Fachfrau.eu ist das Frauenbranchenbuch mit kompetenten Fachfrauen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein.

filia. die frauenstiftung
fördert als Gemeinschaftsstiftung Frauenprojekte international. Mitmachen verändert: Eine Investition für Frauenrechte und sozialen Wandel.

Frauenlandhaus Charlottenberg
Kultur- u. Begegnungsstätte für Frauen eV in Charlottenberg

Hotels exklusiv für Frauen
Gepflegte Frauenhotels in gut erreichbarer City-Lage: Artemisia Berlin, Frauenhotel Hanseatin Hamburg, FrauenHotel Lübeck

Pro-Me-Dia. Tübingen
Grafikdesign, Webdesign, Bildbearbeitung, Mediengestaltung

WIR FRAUEN
Das feministische Blatt für außerparlamentarische Frauenpositionen - unabhängig, radikal und solidarisch - seit mehr als 25 Jahren.

www.gay-web.de
Verzeichnis regionaler Informationsangebote für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle.

Herzlichen Dank den KooperationspartnerInnen!

Giraffe im Nadelöhr auf Tonspur

Wie kam die «Giraffe im Nadelöhr» auf Tonspur?

Giraffe im Nadelöhr auf Tonspur     

"Das wär’s! Mach ein Hörbuch aus deiner Giraffe - erotisch, für Lesben, mit Spaß und Ernst und Handlung und Bett!"
So fing es an. Im Sommer. Und ich dachte, warum eigentlich nicht? Das kann ja nicht so schwer sein.
War es auch nicht. Schwupps wurde die Giraffe auf die Tonspur gebannt. Und ich lernte, was es für unterschiedliche Arten gibt, CDs zu produzieren. Zu pressen, brennen, kopieren. Und zu bedrucken. Und zu verpacken.
Im Oktober kam meine Akustikgiraffe heim. Und ich musste erkennen, dass uns die Technik ein Schnippchen geschlagen hatte. Zwei Monate knispelte ich am Soundtrack. Vergebens. Eine Giraffe mit Knacksern? Das ging nicht.
Also neu, diesmal mit einer anderen Sprecherin. Die war im Januar Feuer und Flamme. Im Februar hatte sie Zeit. Mitte März sagte sie ab. Sie hatte Asthma bekommen. Wahrscheinlich chronisch. Die Stimme in Gefahr.

Die dritte Sprecherin war gefunden. Gute Stimme, Profi-Studio.
Mit anderen Worten: Das Hörbuch "Giraffe im Nadelöhr" war Mitte März wieder gut im Rennen. Und dann ... Genau.
Im April stand die vierte Sprecherin auf dem Startblock und bat mich Ostern nach Berlin zu fliegen, um bei der Aufnahme Regie zu führen. Gesagt, getan!
Und es hat sich gelohnt. Nela Bartsch bei der Arbeit zuzusehen und zu hören, war ein wirklicher Genuss und ein einmaliges Erlebnis. Ihre Stimme begeisterte mich. Immer wieder. Immer neu.

Jetzt wurde es doch endlich etwas mit dem Hörbuch! Dachte ich. Mitte Mai wartete die "Giraffe im Nadelöhr" über eine Woche auf die Auslieferungsbestätigung. In der Gema war die Hölle los: Ferien, Erkrankungen und Sitzungen Aber endlich war die Giraffe produziert, auf CD, bedruckt und verpackt. In 38 Paketen. Dann konnte die Reise ja losgehen.
Tja. Und dann - genau. Das war wohl etwas zu einfach gewesen. Irgendetwas ist schief gelaufen. Statt brav durch die Kapitel zu gleiten, übt die "Giraffe im Nadelöhr" den Hammelsprung, hüpft nach dem ersten Track zum zehnten, zieht weiter zu Nummer sechs, von dort ... . Also  nach Pfingsten zurück, wenn auch nicht auf Start, so doch zumindest ins Presswerk.

Ich wusste gar nicht, was für ein kapriziöses Tier eine Giraffe sein kann. Oder liegt es am Nadelöhr? Aber irgendwann wird der Postbote schwer schnaufend vor meiner Tür stehen. Vielleicht sogar schon demnächst. Wann immer das ist. Ich hoffe, bald. Am liebsten nächste Woche.
Und die nächste Woche kam schneller als erwartet. Am 23 Juni 2009 klingelte es. Und wer stand vor der Tür? Jawohl, die "Giraffe im Nadelöhr". Endlich!
Und jetzt! Habe ich es sogar geschafft einen Video-trailer für meinen kleinen bockigen Langhals zu laden. Bin ja so stolz.

Auf Wiederhören,

Sandra Wöhe

 

 

Ein-Drücke. Festrede Jubiläum

Dreißig Jahre Charlottenberg. Grund genug zum Feiern und Nachzudenken?

Ein-Drücke

Grüezi metanand.
Ich heiße Wöhe. Sandra Wöhe.
Mein Auftrag?
Feiern. Mit Euch.
Und ich habe die Lizenz zu reden.
Toller Job, das.

Dies ist bereits mein vierter Aufenthalt in Charlottenberg. Jedes Mal ist anders. Jedes Mal bin ich anders. Ich war als Autorin hier, als Privatperson und als Coacherin. Jetzt bin ich als Gastrednerin da und feiere mit Euch dreißig Jahre Charlottenberg.
 

Das erste Mal. Die Autorin

Das war schon eine wilde Sache. Maria Eleftheria und ich waren als "Damen im Doppelpack" mit einem alten Campingbus unterwegs. Vier Wochen Lesungen quer durch ganz Deutschland. Und längs auch. Ganz am Anfang schon: Charlottenberg, das Bildungs- und Tagungshaus bei Limburg an der Lahn.
Kaum angekommen, sortierten wir unsere erotischen Texte für die Lesung am Abend. Unter anderem fischte ich die Geschichte mit den langen schwarzen Latexhandschuhen aus dem Koffer.

Aber erst einmal - ausspannen. Der Tag war auch ganz danach. Extra für uns gab es allerbestes Wetter. Und einen Wundergarten. Mit Liegestuhl. Also die Arme in den Nacken. Nase in die Sonne. In den Bäumen Vogelgesang. Irgendwo hackt jemand Holz. Angekommen im Paradies.

Dann muss ich plötzlich niesen. Frische Farbe im Paradies. Nanu? Ach ja,  die Renovierungswoche. Gut. Wenn es denn sein muss: Augen auf. Iris Axer, eine der beiden Geschäftsführerinnen, hatte uns im Büro willkommen geheißen. Jetzt steht sie mitten auf der Wiese und lackiert eine Tür. Der Farbgeruch kitzelt mich in der Nase. Wieder niese ich.
"Gesundheit", sagt Iris und sieht zum Anbeißen aus in ihrem Blaumann. Halt. Dies ist ein Frauenort. Blaufrau. Blauperson? Gender-Trouble im Paradies. Am besten ist es wohl, wenn sie einen schlichten Overall trägt.

Ich spiele mit den Zehen im Gras. Mir ist, als ob der Garten mit mir flüsterte. Eine sanfte Brise streicht durch mein Haar. Wie heilende Hände. Dort, hinter den Bäumen, war da nicht etwas? Für einen Moment? Aus dem Gezweig blickt ein altes junges Gesicht. Eine Fee? Elfe oder Engel? Nein. Hier wohnen Luftwesen, Erd-, Wasser-, Feuergeister. Alte und junge Ahninnen, dieser Garten ist ihr Platz. Und auch ich darf hier sein. Sie gestatten es mir.

Ich sage euch, wie Charlottenberg ist. Was Charlottenberg ist. Es ist ein Ort zum Entspannen und Erholen. Es ist DER Heil- und Kraftort. Das ist Charlottenberg. Ich habe es erlebt.
 

Das zweite Mal. Die Privatperson

Zwischen den Jahren in Charlottenberg. Zu dritt freuten wir uns auf Filmabende am warmen Ofen, auf vegetarisches Essen, lange Spaziergänge durch die Winterlandschaft, Tee, Massagen und Ausschlafen. Weit weg von Zürich. Und noch weiter weg vom Alltag. Ruhe. Einfach Ruhe.

Schon auf dem Parkplatz stolpern wir über Frauen. Ergeben graben wir unser Lächeln aus dem Kofferraum. Im Haus wimmelt es. Frauen, Frauen, Frauen. Und wieder Frauen. Sie wollen Silvester und Neujahr feiern. Alle sind bester Laune. Auch das noch.

Während das Fest schon lange begonnen hat, halten wir drei Krisensitzung. Gut: Plan B. Die DVDs bleiben im Regal. Jetzt wird gefeiert. Getanzt. Gelacht. Geklüngelt. Doppelkopf gespielt. Sauniert. Wir bringen Werwölfe um. Ein paar Dorfbewohnerinnen müssen auch dran glauben. So sind sie eben, die Regeln bei diesem Kartenspiel. Und dazwischen immer wieder Essen. Die Tische biegen sich unter den Köstlichkeiten. Alles vegetarisch. Und guuuuuuuuut!

So gut ist das Essen, dass es Kraft gibt für ein Silvester wie lange nicht mehr. Wann habe ich das letzte Mal so gefestet? Ich glaube es selbst nicht, aber tatsächlich, ich habe die Nacht durchgemacht und bis weit ins neue Jahr gefeiert. Ich mit meinen immerhin fast fünfzig Lenzen war die letzte, die am Neujahrsmorgen ins Bett ging. Na gut. Die Vorletzte.

Silvester in Charlottenberg. Das ist eine der schönsten Feiern, die ich je erlebt habe. Und die Erinnerung bleibt. Auch ohne Fotos im Album. Sie sind alle in meinem Herzen.

Ich sage euch, wie Charlottenberg ist. Was Charlottenberg ist. Es ist ein Ort, es ist DER Ort zum Feiern. Das ist Charlottenberg. Ich habe es erlebt.
 

Das dritte Mal. Die Coacherin

Jetzt war Arbeit angesagt. Fünf Frauen und zwei Zimmer. Wir haben uns viel vorgenommen. Ein richtiges Arbeitswochenende soll es werden. Es geht um Marketingkonzepte für zwei junge Unternehmerinnen und gorizi.de braucht Unterstützung bei der SponsorInnensuche. Bei diesem bundesweiten Junglesbenportal bin ich Schirmfrau, eine Verpflichtung, die ich sehr ernst nehme.

Hier im Frauenlandhaus fällt das Konzentrieren leicht. Gut, übertreiben wollen wir das mit der Arbeit nun auch nicht. Wir sind doch in Charlottenberg. Ich war schließlich Silvester hier und weiß Bescheid. Ein bisschen Spass muss sein.

Manuela Gutsche, die andere Geschäftsführerin, dachte bei der Zimmerverteilung an unser Tagespensum. Der Gruppenraum, den sie für uns zusätzlich freigehalten hat, riecht schon nach Arbeit. Urgemütlich ist er außerdem. Nun sitzen wir da und die Köpfe rauchen schon. Wir sind nicht allein. Auch andere Gruppen arbeiten. Und wie! In allen Ecken - und davon gibt es in Charlottenberg viele - in allen Ecken und Winkeln rascheln Notizbücher, klicken Kugelschreiber, glühen Tastaturen unter den Fingern. Man könnte ein Buch darüber schreiben, was alles bedacht und erfunden wird, wie die Netze wachsen und die Ideen immer weiter gesponnen werden.

Richtig hart haben wir gearbeitet. Und die Fäden, die wir behutsam aneinander geknüpft haben, halten noch heute. Mit den Jahren wird daraus ein fester Teppich werden. Vielleicht sogar einer, auf dem sich fliegen lässt. Bis nach Charlottenberg. Und weiter.

Ich sage euch, wie Charlottenberg ist. Was Charlottenberg ist. Es ist ein Ort, es ist DER Ort zum Arbeiten. Das ist Charlottenberg. Ich habe es erlebt.
 

Das vierte Mal. Die Gastrednerin

Heute bin ich wieder in Charlottenberg. Und wieder ist es anders. Wieder bin ich anders. Diesmal stehe ich als Gastrednerin vor Euch. Der Anlass? 25 Jahre Bildungs- und Tagungshaus. Dieses Jubiläum wurde nur möglich, weil vor dreißig Jahren acht Frauen eine Vision hatten. Und sie hatten Mut. Den brauchten sie auch.

Vor dreißig Jahren beobachtet das Establishment mit Argusaugen alle, die einen anderen Lebensentwurf haben, die überkommene Rollen hinterfragen und es nicht mehr beim Diskutieren belassen wollen. Vor dreißig Jahren weist das Landgericht Hamburg die Sexismus-Klage gegen den "Stern" ab. Vor dreißig Jahren wird auf das Frauenhaus in Berlin ein Brandanschlag verübt.

Vor dreißig Jahren bin ich gerade neunzehn Jahre alt. Ich werde Krankenschwester, weil das ein Beruf ist, den ich auch noch ausüben kann, wenn ich Mann und Kinder habe. Denn heiraten werde ich sowieso. Warum also jetzt einem Mann den Studienplatz wegnehmen?

Es ist viel geschehen in diesen dreißig Jahren.
Ich habe geheiratet. Ich habe mich scheiden lassen. Ich habe studiert. Ich habe profitiert von Euch Frauen, ohne dass ich einen Finger hätte rühren müssen. Ohne dass ich Euch kannte. Den meisten Frauen, die mir den Weg bereitet haben, werde ich nie begegnen. Sie werden nie wissen, was sie alles bewirkt haben in meinem Leben. Und auch ich kann nur ahnen, was sie alles für mich getan haben. Manchmal frage ich mich, wem ich nur danken kann.

Nicht die Zeiten haben sich geändert. IHR habt sie geändert. Auch, weil ihr euch nicht habt entmutigen lassen. Auch, weil ihr in Charlottenberg Kraft tanken konntet, feiern, arbeiten, Visionen entwickeln. Und Netze flicken.

Auch das Frauenlandhaus Charlottenberg hat Höhen und Tiefen erlebt. Nicht nur von den Türen war zwischendurch einmal der Lack ab. Aber die Vision ist geblieben. Mit Zaubergarten und einem Platz zum Holzhacken.

Ich sage euch, wie Charlottenberg ist. Was Charlottenberg ist. Es ist ein Ort - für uns. Danke.

Sandra Wöhe, 29. Juni 2008

 

Fernsehen

Lesen, wo es etwas zu sehen gab.

andersrumtv - Hamburgs schwul-lesbisches Lifestylemagazin

TVtouring - Regionalfernsehen für Würzburg, Schweinfurt & Aschaffenburg

Tele M1 - Fernsehen fürs Mittelland/Schweiz

Radiointerviews

Sound over the Rainbow interviewt Sandra Wöhe. Foto: Maria Eleftheria 2007Lesen, wo es etwas zu hören gab.

gayRadio.ch, Musik für einen Gast, Daniel R. Frey

gay Internet Radio, music is touching your senses

Lattemio, Matthias Weidner, Leipzig

FLoK - Freier Lokalrundfunk Köln e.V., Dilber Limoncu, Köln

Airotic - Das Love-Radio, Sabine Olfen/Dirk Weber, Wolnzach

Orange 94.0, Verein Freies Radio, Herbert Gnauer, Wien, Nachtrag: Sendung "Damen im Doppelpack"

Sound Over The Rainbow. Dieses Internetradio ist wie eine Droge nur ohne Nebenwirkungen, Kessy

RadioSUB - das schwul/lesbische Magazin, Marcus Brieskorn, Frankfurt am Main

Antenne Witten, Bürgerradio, Thorn, Witten

Bürgerfunk, Das Bürgerradi, Stephanie Porucki, Mönchengladbach

RadioRabe, Nelly Lang, Bern

Freie Radio Cooperative, Donna Wella, Husum

Radio Lora, Simone Brander, Zürich

Rainbowcity, Manuela Wehrle, Berlin

 

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