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Luise F. Pusch

Aufgewachsen bei der Mutter mit drei Geschwistern in recht ärmlichen Verhältnissen. Nach dem Abitur Flucht in die Großstadt Hamburg.  1972 Promotion in Engl. Sprachwissenschaft. 1978 Habilitation für das Fach Sprachwissenschaft. 1979-1984 Heisenberg-Stipendiatin. Seit 1984 freie Publizistin und Schriftstellerin mit Schwerpunkt feministische Sprachkritik und Frauenbiographien. 2001 Gründung des frauenbiographischen WebPortals. Gründerin und erste Vorsitzende des Vereins FemBio Frauenbiographieforschung e.V. mit Sitz in Hannover und Boston. Seit 1972 rund 50 Bücher (inkl. 24 Kalender „Berühmte Frauen“) veröffentlicht, die in über einer Million Exemplaren verbreitet sind.

Interview mit Luise F. Pusch, Juli 2010

Was ist lesbische Literatur oder Lesbenliteratur?
Luise F. Pusch: Lesbenliteratur ist Literatur, in der Lesben eine wichtige Rolle spielen, ähnlich der Rolle von Heterosexuellen in der Nichtlesbenliteratur.

Welches ist zurzeit deine Lieblingsautorin, dein Lieblingsbuch?
Luise F. Pusch: Carson, Rachel. 1995. Always, Rachel: The Letters of Rachel Carson and Dorothy Freeman, 1952-1964. Hg. Martha Freeman. Boston. Beacon Press.

Was macht deiner Meinung nach eine gute Autorin aus?
Luise F. Pusch: Sie sollte gut schreiben können, mit Sensibilität, Witz, Mut , Herz und Verstand. Sie sollte originelle Ideen haben und (selbst)kritisch sein. Dann werde ich sie bestimmt auch gern lesen. Kurz: eine gute Autorin ist eine, deren Werke ich gerne lese oder höre (in letzter Zeit höre ich mehr Audiobücher als ich Bücher lese).

Hast du mit deinen Veröffentlichungen ein literarisches und/oder gesellschaftliches Anliegen?
Ich möchte mitarbeiten an der Frauen- und Lesbenbefreiungsbewegung.

Welcher deiner Texte gefällt dir selbst am besten?
Luise F. Pusch: Kann ich nicht sagen. Viele meiner sprachkritischen Glossen (inzwischen etwa 300) gefallen mir. Für mein (politisch) wichtigstes Buch halte ich „Sonja: Eine Melancholie für Fortgeschrittene“ aus dem Jahr 1981. Es hat am meisten Mut und Kraft gekostet.

Welchen Stellenwert nimmt das Schreiben in deinem Leben ein?
Luise F. Pusch Ich habe immer irgendein Schreibprojekt, oder besser mehrere gleichzeitig. Das Schreiben macht mir keine besondere Freude, wohl aber das Geschriebenhaben, wenn mir das Ergebnis gefällt, und besonders, wenn es auch anderen gefällt. Ich habe auch keinen Drang zum Schreiben wie die meisten „echten Schriftstellerinnen“. Trotzdem schreibe ich recht viel und habe schon viel geschrieben. Wahrscheinlich, weil ich damit bisher mehr Erfolg hatte als bspw. mit Klavierspielen. Das motiviert. Und außerdem kann ich meine frauen-, sprach- und lesbenpolitischen Ziele so am besten verfolgen.

Luise F. Pusch, Jahrgang 1944

Pseudonym: Judith Offenbach
Geburtsort: Gütersloh, NRW
Website: www.fembio.org, www.luisepusch.de
E-Mail: lfp[at]fembio.org

Werkverzeichnis

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