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Zur Sache, Schätzchen!

«Mein heimliches Auge», die erotische Anthologie aus dem konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, erscheint alljährlich pünktlich zur Frankfurter Buchmesse. Im neuen Band, immerhin Nummer XXV, bin auch ich vertreten, diesmal mit einem Interview. Die Fragen hatten es in sich …

Dein Alter, Geschlecht:
51, Frau.

Was erregt dich? Im Alltag? Beim Sex?
Sandra Wöhe: Beim Küssen im Bauchnabel Salz schmecken. Das zu tun, davon zu träumen, darüber zu sprechen und von etwas scheinbar ganz anderem zu schreiben.

Deine beliebteste/n Sexfantasie/n?

Sandra Wöhe: Ich liebe eine Serie von katastrophal guten Sexpannen. Versöhnung inklusive.

„Wie es ist“: die real beliebteste Sextechnik, Stellung etc.?

Sandra Wöhe: Im Stehen. An der Mauer. Neben der Polizeiwache. Über mir blüht der Flieder. Und der Reißverschluss der Jeans zerkratzt mir den Handrücken.

Gibt es einen Satz/ein Wort, das dich in bestimmten Situationen besonders anmacht?
Sandra Wöhe: Eine Terrasse mit Blick auf den Zürichsee. Lachs im Spinatbett, ein kühler Riesling im Glas. Und dann ihr Flüstern: „Ich bin hungrig. Lass uns gehen. Jetzt.“

Was ist Glück?
Sandra Wöhe: Die Zigarette danach. Als Auftakt.

Einen Moment des Glücksgefühls in einer Beziehung?
Sandra Wöhe: Den Badezimmerspiegel teilen, ohne sich mit der Wimpernbürste gegenseitig ins Auge zu stechen.

Welche Probleme gibt es in Beziehungen – allgemein, „sextechnisch“ ...?
Sandra Wöhe: Wenn der erste Kuss nicht mundet, lässt Sandrillon ihre Kutsche vorfahren.

Lebst du heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell, asexuell?
Sandra Wöhe: Die Genießerin. Das Fräulein vom Amt. Die Dame von Welt. Welche? Bleibt zu erraten – oder auszuprobieren.

Unterscheiden sich deiner Meinung nach Probleme in heterosexuellen Beziehungen von schwulen oder lesbischen?
Sandra Wöhe: Menschen bleiben menschlich. Auch bei tierisch gutem Sex.
Allerdings ist es leichter, eine Frau ins Bett zu tragen, selbst wenn sie zappelt. Für mich, als Frau.

Wie hast du deine Freundin kennengelernt?

Sandra Wöhe: Göttin sei Dank stolperte ich über meine Füße (das hatte ich aber auch lange genug geübt). Der Wein spritzte auf ihre Bluse. Ich war untröstlich (mein Spiegel glaubt mir schon lange nicht mehr). Ich gab ihr meine Visitenkarte (natürlich nur für die Rechnung von der Reinigung). Und sie? Nahm meine Entschuldigung an und folgte der Einladung.

Wie erklärst du es dir, keinen Mann kennenzulernen?
Sandra Wöhe: Wenn das Auge immer auf die Frau fällt, kippt der Mann aus dem Raster.

Kannst du spontan das Ende einer Affäre erzählen?
Sandra Wöhe: Leicht blies der Wind über ihre nackte Haut. „Wann sehen wir uns wieder?“, fragte ich. Zärtlich hauchte sie: „Bald. Nur nicht morgen. Da hole ich meine Freundin vom Flughafen ab.“

Worauf schaust du spontan, wenn dir zum ersten Mal eine andere „ins Auge fällt“?
Sandra Wöhe: Wie sie geht. An der Theke lehnt. Lächelt sie? Wie sie das Glas hält. Wie sie ihre Lippen leckt.

Was findest du an Frauen attraktiv?
Sandra Wöhe: Körper, die sich aneinanderschmiegen. Schenkelumarmungen, schmusende Brüste und ein Lächeln, das Zähne zeigt.

Kannst du dir vorstellen, wie ein Mann beim Sex empfindet?
Sandra Wöhe: 24 Stunden ein Mann sein? O ja! Ja, bitte. Aber keine Sekunde länger.

Kannst du dich noch erinnern, welche die erste Frau war, in die du dich verliebt hast?
Sandra Wöhe: Als sie ihre Hand auf meinen Bauch legte, wollte ich mehr. Nicht von ihr. Sie war eine ungeschickte Liebhaberin, leider. Was dieses Mehr war und von welcher Frau ich es wollte, konnte ich nur ahnen. Aber ich wusste: Es würde mehr sein. Sehr viel mehr.

Sexuelles Erleben für dich persönlich – vor 25 Jahren und heute?
Sandra Wöhe: Sex ist wie Autofahren. Mein erster Wagen war ein Panda. Den habe ich immer wieder abgewürgt. Der Peugeot? Der hoppelte mehr, als dass er fuhr. Wie ein Porsche behandelt werden will, zeigte mir eine Herzensdame. Mittlerweile finde ich mich hinter jedem Lenkrad zurecht. Aber ich lasse mich auch gerne chauffieren.

 

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